Kommunalpolitischer Rundgang der Dahlemer SPD auf der Domäne Dahlem

Die SPD Dahlem hatte für Donnerstag, den 16. August 2012, zu einem gemeinsamen „Kommunalpolitischen Rundgang“ mit der Dahlemer SPD-Abgeordneten im Berliner Abgeordnetenhaus Dr. Ina Czyborra in die Domäne Dahlem eingeladen. Mit den beiden Stiftungsvorständen der Domäne Dahlem, Dr. Peter Lummel und Dr. Manfred Salzmann, sollten vor allem folgende Fragen erörtert werden:

  • Welche Planungen gibt es?
  • Was soll mit der Remise passieren?
  • Ist die Domäne Dahlem für die Zukunft gesichert?

Die Anzahl der Interessierten hielt sich bei kühlem Schauerwetter mit ca. 10 Personen im zu erwartenden Rahmen. Der Organisator der Veranstaltung, Burkhardt Zimmermann, betonte in seiner einleitenden Begrüßung, dass es ihm und den Gekommenen darum gehe, möglichst genaue Informationen aus erster Hand zu bekommen und die Emotionen aus der erhitzten öffentlichen Diskussion herauszunehmen.

Bei einem kleinen Rundgang unter tropfenden Regenschirmen wurde zunächst der Standort für das geplante neue Eingangsgebäude am Zaun zur Königin-Luise-Straße besichtigt. Es soll zukünftig auch den Hofladen beherbergen, der dann auch für die „Laufkundschaft“ rund um den U-Bahnhof sichtbar und gut zugänglich sein wird. Die Kastanie, die dort im Moment noch steht, muss nach dem Befund eines Baumgutachters in absehbarer Zeit ohnehin gefällt werden.

Die bisherige Eingangssituation – die Besucher laufen über einen Parkplatz auf den Giebel eines FU-Instituts zu – war schon immer unbefriedigend. Vor Kurzem hat sich zudem herausgestellt, dass sich der mit der FU abgesprochene Umzug der Veterinärmedizin, durch den auch der ehemalige „kleine Hof“ der alten Domäne in das Freilandmuseum mit einbezogen werden könnte, noch um Jahrzehnte verzögern dürfte. Deshalb besteht für eine gedeihliche Entwicklung der Domäne Dahlem Bedarf nach einer anderen Lösung. Die vorgestellte Planung, die vorsieht, dass die Besucher zwischen historischem Pferdestallgebäude und Herrenhaus durch den Gutsgarten auf den Hof geführt werden, ist vom Ausschuss für Stadtplanung und Naturschutz der BVV Steglitz-Zehlendorf mit nur einer Gegenstimme befürwortet worden.

Anschließend wurde bei einem Rundgang durch das Pferdestallgebäude der ursprüngliche Plan, hier ein Restaurant zu errichten, vorgestellt. Im Auftrag des Landes Berlin wurde er in einer Machbarkeitsstudie geprüft und vom Stiftungs-Kuratorium schließlich mit 4:1 Stimmen abgelehnt. Präsentiert wurden außerdem die Planungen für das Culinarium – eine Verbindung von Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen – und die ersten Mitmach-Stationen des Bereichs „KinderDomäne“ im Dachgeschoss.

Dann wurden die Pläne für die Einrichtung eines kleinen „Landgasthauses“ mit 80 Plätzen vorgestellt (mehr dazu hier).

Dass die Diskussion unter der offenen Remise stattfand, wurde von einigen Teilnehmern augenzwinkernd als passender Rahmen für dieses Thema bezeichnet – man konnte unmittelbar erleben, weshalb geschlossene Räume hier wünschenswert wären. Die Stiftungsvorstände Dr. Lummel und Dr. Salzmann betonten nochmals, dass mit dem Landgasthaus nicht etwa eine andere, anspruchsvollere Klientel angesprochen werden solle. Das Landgasthaus wolle nicht, wie in der Presse gelegentlich unterstellt wurde, „Edelgastronomie“ sein. Vielmehr sollen weiterhin regional und saisonal geprägte Gerichte angeboten werden, vorzugsweise zubereitet mit den hofeigenen Bioland-Produkten – und zu bezahlbaren Preisen. Das Hauptanliegen ist die Umsetzung des Bildungs-Mottos „Vom Acker bis auf den Teller“.  Auch der Biergarten wird erhalten bleiben, und damit auch die Möglichkeit, einen einfachen und günstigen Imbiss zu bekommen.

Zwei Drittel der heutigen Remise werden nach dem denkmalgerechten Umbau weiterhin frei zugänglich und mit den vertrauten Bierbänken ausgestattet sein. So bleibt für Schulklassen oder andere Ausflugsbesucher der gewohnte Rahmen erhalten. Geplant ist zudem eine „Gläserne Bäckerei“ in der heutigen Marktfest-„Küche“. Regionale Bio-Bäcker wurden als mögliche Pächter bereits angesprochen. Das Landgasthaus soll dagegen in Eigenregie betrieben werden.

Dr. Salzmann erläuterte abschließend noch einmal die Bedeutung der geplanten Baumaßnahmen für die Zukunft der Domäne Dahlem: Es gehe vor allem um die dauerhafte Bestandssicherung des Projekts durch eine zukunftssichere, nachhaltig nutzbare Infrastruktur. Der Hofladen und die bisherigen gastronomischen Angebote entsprechen längst nicht mehr den rechtlichen Standards. Die Behörden tolerieren diesen Zustand nur, weil grundlegende Veränderungen geplant sind. Diese müssen nun aber dringend auch umgesetzt werden. Die Gelder dafür konnten im Rahmen eines EFRE-Projektes gemeinsam mit dem Land Berlin bereitgestellt werden. Als Eigentümer und Mitstifter ist das Land nur bereit, in den geplanten Ausbau zu investieren, wenn die erhöhten Folgekosten (Wartung der neuen Anlagen etc.) am Standort selbst erwirtschaftet werden. Diese zusätzlichen Einnahmen sollten vor allem durch einen ganzjährigen Betrieb der Gastronomie erzielt werden.

Die Veranstaltung klang gegen 19.30 Uhr langsam aus und war insgesamt von konstruktiv-kritischer Gesprächsbereitschaft getragen. Die abschließende Diskussion ergab eine durchweg positive Resonanz der Teilnehmenden für die vorgestellten Pläne der Stiftung Domäne Dahlem.

Über Pressesprecherin Jacqueline Jancke

Öffentlichkeitsarbeit und Freiwilligen-Koordinatorin
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