Das geplante „Landgasthaus“ der Domäne Dahlem

Bericht von der Infoveranstaltung und aktueller Stand der Fragebogen-Aktion

Am Montag, den 11. Juni 2012, hatten wir zur öffentlichen Informationsveranstaltung unter die Remise eingeladen, um deren geplante Nutzung als „Landgasthaus“ und die dafür notwendige Neugestaltung vor und zur Diskussion zu stellen. Den Termin hatten wir in den Medien, auf unserer Webseite und in unserem kostenlosen Newsletter (etwa 3.000 Abonnent/innen) bekanntgegeben.

Ca. 110 Personen waren unserer Einladung gefolgt, darunter viele Anwohner/innen aus der näheren Umgebung. In drei Themenblöcken wurde das geplante Vorhaben aus unterschiedlichen Blickwinkeln von jeweils beteiligten Experten beleuchtet, die dem Publikum im Anschluss Rede und Antwort standen. Museumsdirektor Dr. Lummel und der Kaufmännische Direktor Dr. Salzmann stellten die Bedeutung des zukünftigen „Landgasthauses“ aus Sicht der Stiftung Domäne Dahlem vor: Auch dies gehört zum grundlegenden Bildungsansatz des Freilandmuseums. Unter dem Motto „Vom Acker bis auf den Teller“ machen wir den Werdegang unserer Lebensmittel von der Urproduktion über die Verarbeitung bis zur Vermarktung und zur Esskultur mit allen Sinnen und auf verschiedensten Ebenen erlebbar.

Unserem Leitbild folgend ergänzen sich dabei museale Darstellung und aktive Betriebe zu einem umfassenden, ganzheitlichen Bildungserlebnis. Hierzu gehören Führungen und Workshops, ein Ausstellungsbesuch und ein Spaziergang über die Felder und zu den Tieren ebenso wie ein Einkauf im Hofladen und ein Geschmackserlebnis im Ausschank oder in Zukunft auch im „Landgasthaus“ mit domäneneigenen und anderen regionalen und saisonalen Produkten. Für genau diese übergreifende Herangehensweise hat die Domäne Dahlem in jüngster Vergangenheit mehrere nationale Preise und Auszeichnungen erhalten.

Zugleich müsse die junge Stiftung einen erheblichen Teil ihrer zum Betrieb erforderlichen finanziellen Mittel am Standort selbst erwirtschaften. Auf Nachfrage bezifferte Dr. Salzmann den prognostizierten Reingewinn aus dem zukünftigen „Landgasthaus“ auf 30- bis 40.000 Euro jährlich, die zur Deckung der Bewirtschaftungskosten des Museumsgeländes dienen sollen.

Der mit der Planung betraute Architekt Reiner Maria Löneke stellte die denkmalpflegerischen Auflagen vor, die für eine entsprechende Nutzung des historischen Gebäudes in der noch kommenden Planung berücksichtigt werden müssen. So sei z. B. für die bewegliche Verglasung, die als einzige Lösung beheizbaren Raum schafft und dabei die Remise gleichzeitig im höchstmöglichen Maße sichtbar erhält, die notwendige Stahlkonstruktion filigran und auf das Minimum reduziert zu wählen, um maximale Transparenz zu erreichen. Dabei dürfe auch der alte Bestand nicht tangiert werden bzw. müsse im Gegenteil stellenweise sogar wieder freigestellt werden (siehe Erläuterung zur Abbildung unten). Zudem müssten sämtliche für den Betrieb nötigen technischen Anlagen unsichtbar verbaut werden. All dies habe Auswirkungen auf die zu verwendenden Baumaterialien und das Aussehen. Hier stehe man seit Beginn der Planungsarbeiten in einer engen Abstimmung mit der Behörde. Ziel der Umgestaltung zu einem ganzjährig nutzbaren Gebäude sei auch, dieses langfristig erhalten und pflegen zu können.

Die folgende Abbildung, die auch auf der Veranstaltung auf großer Leinwand gezeigt wurde, verdeutlicht die geplante Umgestaltung:

Planskizze Umabau Remise der Domäne Dahlem

Foto: K. Wendlandt / Planungsskizze: R. M. Löneke, Architekt / Copyright: Stiftung Domäne Dahlem

Im oberen Foto deutlich erkennbar ist das Ziegelgebäude, das vor Jahrzehnten in das hier links liegende vierte Segment des historischen Ständerwerks eingebaut wurde und der bei Veranstaltungen als Getränkeausschank dient. Dieser Einbau soll rückgebaut werden, womit der historischen Remise die ursprüngliche Größe von 1907 zurückgegeben und zugleich zusätzlicher Platz geschaffen wird. Für die zukünftige zentrale Küche wird dahinter ein neues, unterkellertes Gebäude zurückhaltend angesetzt. Der südliche Kopfbau (rechts im Bild), der zu Stadtgutzeiten in den 1960er Jahren als Garage angebaut wurde und heute die „Aufwärm“-Küche für den Veranstaltungsbetrieb beherbergt, soll wahlweise erhalten oder ebenfalls rückgebaut und durch ein neues Gebäude ersetzt werden und zukünftig beispielsweise Standort einer Schaubäckerei sein. Damit könnten wir erstmalig das in unserer Darstellung der Lebensmittel „Vom Acker bis auf den Teller“ fehlende Glied der Verarbeitungshandwerke in den lebendigen Freilandmuseums-Alltag integrieren – ein Konzept-Baustein, um den wir uns seit Langem bemühen!

Die zu berücksichtigenden hygienerechtlichen Voraussetzungen stellte abschließend Dr. Damian Nowak von der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf dar. Der bisherige Betrieb einer Küche stehe genehmigungsrechtlich auf dem Level einer „Marktstand“-Lizenz. Ein qualitativer Sprung, der dann der EU-Lebensmittelverordnung zu entsprechen habe, sei unumgänglich. Dazu würden geeignete Kühl- und Lagerräume, energieeffiziente Kochvorrichtungen, eine Abluftanlage, Personal-Umkleideräume und etliches mehr gehören. Auf eine entsprechende Nachfrage aus dem Publikum bestätigte Herr Dr. Nowak, dass die für das „Landgasthaus“ geplante neue Küche der Größenordnung von 80 Restaurantplätzen entsprechen würde.

Im Anschluss haben erfreulicherweise viele der Anwesenden die Gelegenheit genutzt, ihre Fragen zu stellen. Auf positive Resonanz stieß auch der Fragebogen, der am Ende der Veranstaltung verteilt wurde. Er sollte auch all jenen die Möglichkeit zur Meinungsäußerung geben, die sich im Rahmen der Diskussion nicht zu Wort gemeldet hatten; auf dem Fragebogen konnten auch Anregungen und Kritik formuliert werden. 97 Fragebögen wurden an diesem Abend von Teilnehmenden mitgenommen, weitere 95 in den folgenden Wochen u. a. auch von unserer Webseite heruntergeladen. Bis zum heutigen Tage sind 42 ausgefüllte Bögen bei uns eingegangen, das sich daraus bisher abzeichnende Meinungsbild stellt das folgende Diagramm dar:

Diagramm Auswertung Fragebogen zur Remise der Domäne Dahlem

Die Fragen lauteten:

Frage 1: Würden Sie es begrüßen, wenn die historische Remise durch den Rückbau jüngerer Einbauten wieder in der ursprünglichen Größe erkennbar und nutzbar würde?

Frage 2: Wäre ein ganzjähriges Angebot vorwiegend saisonaler und regionaler Speisen und mit hofeigenen Bioland-Produkten der Domäne Dahlem für Sie wünschenswert?

Frage 3: Würden Sie es begrüßen, wenn die Remise bei schönem Wetter möglichst offen ist und Sie künftig bei schlechtem Wetter mit freiem Blick auf den Gutshof geschützt und warm sitzen können?

Frage 4: Sollte die Remise künftig als einfacher Unterstand für Kindergartengruppen, Schulklassen, Ferienaktivitäten etc. nutzbar bleibt?

Frage 5: Würden Sie die Integration einer Bio-Schaubäckerei in einen Teil der Remise begrüßen?

Die Diskussion verlief sehr engagiert und insgesamt in sachlicher und konstruktiver Atmosphäre. Sogar nach dem offiziellen Schluss blieb noch eine Reihe von Besuchern, um in Einzelgesprächen Fragen zu vertiefen.

Jacqueline Jancke
(Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)

Über Pressesprecherin Jacqueline Jancke

Öffentlichkeitsarbeit und Freiwilligen-Koordinatorin
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5 Antworten auf Das geplante „Landgasthaus“ der Domäne Dahlem

  1. Pingback: Kommunalpolitischer Rundgang der Dahlemer SPD auf der Domäne Dahlem | Domäne Dahlem Blog

  2. Mario sagt:

    ***SPOILER if you haven’t read The Faceless Ones or Dark Days. But there are no spoilers for those who haven’t read Mortal Coil. Just me calmpoining***OMG WHY!(i promise, no spoilers from Mortal Coil. i swear. i’m just going to be in a bad mood when i see you on sunday. you have been warned.)mr Landy i no likey Mortal Coil anymore. You can’t give us that perfect scene halfway through the book, the scene we were all dying for (people who have read the book just KNOW what i mean) and then end it like that. Just like that. I was crying by the end Mr Landy, i was crying for God’s sake. You can’t put it like that and make me guess if it will all work out. Ok, Faceless Ones. great, obviously, but we all KNEW that Skulduggery was going to come back. Hell-O? the series are CALLED skulduggery Pleasant. If you kill him off then you haven’t got a story. So we all knew, we were all comforted by the obvious reassurance that skulduggery would come back.Ah, i have just read comments above mine… your september the 10th idea has gone out the window (because hey, doors are for people with no imagination) but i have one question. And it’s not about something you put in mortal coil, it was about what you didn’t put in it!So where, pray tell me Mr Landy, where, was this! :’Come and have a go if you think you’re hard enough’Where was it! Huh! I don’t care if i’m being a bad minion, i am an very angry minion. You end it like THAT and you don’t even put ANYWHERE in the book Tanith’s famous words. Anyone else notice? If they are there, comment on the page number, because i would actually love to be wrong. I seriously would.Anyone agree?If you don’t, that’s fine. Mortal Coil isn’t my favourite book, it will never be my fav SP one, not EVER, but you can have your opinion. But i am absolutely sure NONE of you are happy about having to wait until April to find out what happens next – at least, that’s the normal date, right?Nope, you not getting any ex’s- and – oooohs at this post not one. this minion is in a bad mood. JUST WHY! (because i agree with Nicoletta Croga indefinitely)

  3. Lou sagt:

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    If you are a developer, you may often want to install
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    eval(ez_write_tag([[336,280],’brighthub_com-box-2′]));.

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